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GewaltpräventionsZentrum

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Stören, Aggressionen und abweichendes Verhalten

Warum sich die Gesellschaft so viel ärgern muss

 

Die Gesellschaft beklagt sich immer öfters über abweichende und aggressive Verhaltensweisen bei Kindern und Jugendlichen. In unserer täglichen Arbeit an Schulen sowie an sozialen Einrichtungen werden wir mit zunehmenden Problemen im gesellschaftlichen Miteinander konfrontiert.  Schüler stören oder verweigern den Unterricht, unterschiedliche Aggressionen verschlechtern das Gruppenklima drastisch, Lehrer und Eltern beklagen die Hilflosigkeit und Ohnmacht gegenüber schädigendem Verhalten, basisdemokratische, konfliktlösungsorientierte Handlungsstrategien fehlen. Schlechte Schulabgänge, mangelnde Ausbildungsfähigkeit, Extremismus, Fremdenfeindlichkeit, Aggressionen und Demokratieablehnung sind die Folge. Die Schule als Ort der Wissensvermittlung sieht sich der wachsenden Aufgabe der Erziehung teils nicht mehr gewachsen. Eltern und Lehrer beklagen sich über steigende Verhaltensprobleme und fehlende Strukturen und Strategien. Unseren Kindern fehlt es an freien, rückmeldungsreichen aber sicheren Interaktionsmöglichkeiten in der Gruppe der Gleichaltrigen, um Verhalten zu trainieren.

 Kinder und Jugendliche erfahren einen zunehmenden Erfolgs- und Erwartungsdruck, einen Zwang, sich gegenüber anderen durchzusetzen und abzugrenzen

 befriedigende/gute aber unauffällige/alltägliche Leistungen werden im sozialen Nahraum zu wenig gewürdigt (der 2. Platz ist der erste Verlierer; die Beurteilung anhand einer Fehlerskala), schon Kinder und Jugendliche müssen hervorragende Leistungen und außergewöhnliche oder abweichende Verhaltensstrategien entwickeln, um aufzufallen und sich abzuheben

 mediale Vorbilder zeigen die Wirksamkeit von abweichendem Verhalten

 einige Schüler fallen durch aggressives Verhalten eher/verstärkt auf, weil sie dem gesellschaftlichen Leistungsbezug kaum/nicht standhalten können und dadurch weniger Wirksamkeitserfahrungen mit friedlichen als mit abweichenden/aggressiven Verhaltensstrategien erlangen

 Hilfe wird nur/erst bei indizierbaren, abweichenden Verhaltensweisen gewährt

 die Gesellschaft (haupts. Eltern) beschäftigt sich vermehrt mit Kindern, wenn diese durch Abweichung/Aggressionen auffallen, angepasstes Verhalten bleibt als „normal“ oft unbeachtet

 

Letztendlich fehlt es vielen Kindern und Jugendlichen, mit denen wir in unseren Projekten arbeiten an einem gesellschaftlichen Orientierungsrahmen. Das demokratische Grundverständnis ist gering ausgeprägt, die Vorteile der Demokratie bleiben unerkannt und ungenutzt. Eine gesellschaftliche Inklusion von Jugendlichen findet nur für die Leistungsstarken statt.

 

 Jugendliche haben es schwer individuelle Werte und Normen in das gesellschaftliche Gefüge zu integrieren

 durch ein gering ausgeprägtes individuelles und sozial angepasstes Werte- und Normenverständnis entsteht eine Ziel- und Perspektivlosigkeit

 in Verbindung mit einem Mangel an Konsequenz bei Fehlverhalten fehlt es vielen Kindern und Jugendlichen an einem Orientierungsrahmen für Verhalten und Inklusion in die Gesellschaft

 dieser Orientierungsrahmen wird dann durch Wirksamkeitserfahrungen mit abweichenden/aggressiven Handlungsstrategien (s.o.) gebildet

gegenüber der Verwaltung, der Schule oder den demokratischen Prinzipien) war, ob es überhaupt mit Rückmeldungen (egal ob positiv oder negativ – Hauptsache Reaktionen) von anderen einherging (Verweis auf Mitläufer) und letztendlich wie emotional entsprechende Situationen waren (wir lernen stärker, wenn wir Emotionen dabei empfinden).

 

Daraus ergibt sich, dass dem sozialen Nahraum als auch der, durch die Medien vermittelten Gesellschaft mit allen darin enthaltenen erfahrungsreichen Sinnessituationen eine entscheidende Rolle zukommt. Da jedes Verhalten/Handeln in dieser Weise gelernt ist, lassen sich dadurch sowohl die Entstehung schädigender und friedlicher Individualstrategien als auch entsprechende Ansätze für zukünftige Projekte ableiten.

 

1. „Verhalten lernen“ (friedliches, tolerantes, demokratisches, rücksichtsvolles, konstruktives,…) ist eine hauptsächliche Entwicklungsaufgabe der Kindheit und dabei ebenso erlernt, wie das Einmaleins. Es passieren Fehler, die durch professionelle pädagogische Arbeit ausgeglichen werden müssen und es bedarf verschiedenste Möglichkeiten der vielfältigen Interaktion mit unterschiedlichsten Menschen.

 

             Bsp.: Wenn Kinder/Jugendliche, welche diese Entwicklungsaufgabe noch nicht bestanden haben, in einem Stadtteil mit genau dieser              Entwicklungsaufgabe allein gelassen werden, ist klar, dass es wirksamer, rückmeldungsreicher und emotionaler ist einen Fremden zu zeigen, dass              man stärker und in der Überzahl ist, ein Verkehrsschild umzuknicken oder in wenigen Sekunden ein Bier zu trinken, als an der Bushaltestelle              eigenständig ein Interaktionsspiel zum Verhaltenslernen durchzuführen.

 

2. Unsere Kinder und Jugendlichen brauchen viele modellhafte, sichere und professionell angeleitete Interaktionserfahrungen in der Peergroup. Diese müssen von ausreichend vielen Wirksamkeitserfahrungen, Rückmeldungen und positiven Emotionen begleitet sein. Das heißt: Wir brauchen viele interessante, interkulturelle, basisdemokratische, friedliche und an den jeweiligen individuellen Stärken ausgerichtete Übungs-/Spiel-/Austauschangebote. Diese müssen für alle Kinder/Jugendliche, ähnlich wie das Fach Mathematik, verbindend sein, denn ein Kind/Jugendlicher hat diese Entwicklungsaufgabe noch nicht bestanden und kann dadurch noch keine Einschätzungen dahingehend vornehmen (ein Kind kann sich nicht selbst erziehen oder Mathematik beibringen).

 

3. Wir müssen das Interesse der Gesellschaft (z.B. Medien) als auch der Hilfsangebote mehr am friedlichen, toleranten, demokratischen sowie konstruktiven und kooperativen Verhalten ausrichten. Und außerdem müssen wir geeignete Strukturen der medialen Aufmerksamkeit und der örtlichen Belohnung von Engagement und Einbringung schaffen.

Körperliche Aggressionen:

Schlagen; Treten; starkes Festhalten; Schubsen; Beißen; Haare ziehen; Spucken;

Gewalt unter Einsatz von Gegenständen oder Waffen; usw.

 

Psychische Aggressionen:

Vermitteln von Angst oder anderen negativen Gefühlen; Unterdrückung; Beleidigung; Stalking; Trotz; usw.

 

Soziale Aggressionen:

Ausgrenzung; Mobbing; Hänseln; Ausschluss; Lästern; Lügen; usw.

 

Definitive Aggressionen:

Festhalten; Unterrichtsstörung; Verweigerung; Verstecken von Arbeitsmaterialien; usw.

 

Materielle Aggressionen:

Sachbeschädigung; Vandalismus; Raub; Diebstahl; usw.

 für professionelle, präventive, offene Jugendarbeit steht immer weniger Geld zur Verfügung

 Schüler haben weite Schulwege zurück zu legen

 Eltern haben wenig Zeit oder ein zu geringes Interesse für eine geeignete Erziehung mit Wirksamkeitserfahrungen, Rückmeldungen und emotionalen Situationen

 angeleitete, kostenfreie Freizeitmöglichkeiten stehen nicht überall, ausreichend und leicht zugänglich zur Verfügung oder werden nicht genutzt

 interaktionsarme /-freie Freizeitvarianten (Fernsehen, Computerspiele, usw.) sind attraktiver als Schulwissen und Interaktionsspiele

 

Gleichzeitig wird das gesellschaftliche Interesse verstärkt auf außergewöhnliche, hervorstechende, exzentrische Menschen gelenkt. Der ruhige, lernende Schüler, der pünktliche, hilfsbereite Azubi oder der nie kranke, fleißige Arbeiter bleiben im Zeitalter der Mottoshows, Castings, Promiskandale und Stuntshows vom öffentlichen Interesse weitestgehend ausgeschlossen. Die Leistungsträger der Gesellschaft, die unauffällig ihren Alltag meistern, erhalten kaum Beachtung.

Jedes Verhalten, was Individuen, Gruppen oder die Gesellschaft schädigt entsteht dadurch, dass Menschen mehr Wirksamkeitserfahrungen, Emotionserfahrungen und Rückmeldungserfahrungen mit schädigenden und feindlichen Verhaltensstrategien gemacht haben. Gleichzeitig ist das friedliche, tolerante und konstruktive Verhaltensrepertoire nur dementsprechend gering ausgeprägt.

Wurden zusätzlich dazu Inhalte einer demokratischen sozialen Werteerziehung versäumt, fehlt dem Mensch ein Orientierungsrahmen, um Verhalten an andere Situationen und Menschen anzupassen oder zu hemmen.

Alle Aggressionen (auch Ausgrenzung & Extremismuss) entstehen durch eine Verhaltensunsicherheit, welche sich wiederum auf mangelnde positive Erfahrungen gründet.

In einer globalisierten, europaorientierten und hochtechnisierten Gesellschaft, wie der unseren, kann kein Mensch mehr alles und weiß kein Mensch mehr alles. Wir sind demnach ständig auf einen ein Miteinander, einen Austausch und eine Auseinandersetzung angewiesen. Dieser vielseitigen Interaktion mit ganz verschiedenen Menschen kommt eine immer größer werdende Bedeutung zu. Unsere Welt braucht gerade deshalb so viele verschiedene Menschen wie möglich. Diese Individualisierung und Spezialisierung des Individuums und gesellschaftlicher Gruppen bringt jedoch einen stärkeren Bedarf an Verständigung und interkulturellem Lernen mit sich.

Aus der über tausendfachen Projekterfahrung zusammengefasst entsteht jedes schädigende/unterdrückende Verhalten anderen gegenüber durch eine erfahrene Verhaltensunsicherheit mit friedlichen, toleranten und konstruktiven Verhaltensstrategien. Erfahren bedeutet hierbei, dass wir Menschen Verhalten vor allem dadurch lernen, ob ein gezeigtes Benehmen/Handeln wirksam gegenüber anderen Individuen / der Gesellschaft / Institutionen (z.B.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

 

Torsten Badstübner

Projektleitung

Dipl.Soz.Päd.

 

 

 

www.aktiv-gegen-gewalt.de    www.staerken-fuers-leben.de

 

info@aktiv-gegen-gewalt.de                     

 

Verein für Aktivität und Prävention (VAP) e.V.

Vereinsregister Dresden   VR 4357

Gemeinnütziger Verein   Steuernummer beim Finanzamt Dresden I   201 / 143 / 02628 K6

 

Hauptsitz + Verwaltung + Ausbildungszentrum   Dresden

Tolkewitzer Straße | Ecke Reinhold-Becker-Straße 6a   01277 Dresden

Telefon / Fax:            0351 3143164

Mobil:                         0173 9163623

 

Projektleitung + Ausbildungszentrum   Aue

Wettiner Straße 38   08280 Aue

Telefon:                     03771 721288

Fax:                           03771 259835

Mobil:                         0173 5826593

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