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GewaltpräventionsZentrum

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Konto:  3180120214

Bank:   87058000     Sparkasse Vogtland

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Stören, Aggressionen und abweichendes Verhalten

Warum sich die Gesellschaft so viel ärgern muss

 

 

Die Gesellschaft beklagt sich immer öfters über abweichende und aggressive Verhaltensweisen bei Kindern und Jugendlichen. In unserer täglichen Arbeit an Schulen sowie an sozialen Einrichtungen werden wir mit zunehmenden Problemen im gesellschaftlichen Miteinander konfrontiert.  Schüler stören oder verweigern den Unterricht, unterschiedliche Aggressionen verschlechtern das Gruppenklima drastisch, Lehrer und Eltern beklagen die Hilflosigkeit und Ohnmacht gegenüber schädigendem Verhalten. Schlechte Schulabgänge sowie mangelnde Ausbildungsfähigkeit sind die Folge. Die Schule als Ort der Wissensvermittlung sieht sich der wachsenden Aufgabe der Erziehung teils nicht mehr gewachsen. Eltern und Lehrer beklagen sich über steigende Verhaltensprobleme und fehlende Strukturen und Strategien. Unseren Kindern fehlt es an freien, rückmeldungsreichen aber sicheren Interaktionsmöglichkeiten in der Gruppe der Gleichaltrigen, um Verhalten zu trainieren.

 

Þ für professionelle, präventive, offene Jugendarbeit steht immer weniger Geld zur Verfügung

Þ Schüler haben weite Schulwege zurück zu legen

Þ Eltern haben wenig Zeit oder ein zu geringes Interesse für Erziehung

Þ angeleitete, kostenfreie Freizeitmöglichkeiten stehen nicht überall, ausreichend und leicht zugänglich zur Verfügung oder werden nicht genutzt

Þ interaktionsarme /-freie Freizeitvarianten (Fernsehen, Computerspiele, usw.) sind attraktiver

 

Gleichzeitig wird das gesellschaftliche Interesse verstärkt auf außergewöhnliche, hervorstechende, exzentrische Menschen gelenkt. Der ruhige, lernende Schüler, der pünktliche, hilfsbereite Azubi oder der nie kranke, fleißige Arbeiter bleiben im Zeitalter der Mottoshows, Castings, Promiskandale und Stuntshows vom öffentlichen Interesse weitestgehend ausgeschlossen. Die Leistungsträger der Gesellschaft, die unauffällig ihren Alltag meistern, erhalten kaum Beachtung.

 

Þ Kinder und Jugendliche erfahren einen zunehmenden Erfolgs- und Erwartungsdruck, einen Zwang, sich gegenüber anderen durchzusetzen und abzugrenzen

Þ befriedigende/gute aber unauffällige/alltägliche Leistungen werden im sozialen Nahraum zu wenig gewürdigt (der 2. Platz ist der erste Verlierer; die Beurteilung anhand einer Fehlerskala), schon Kinder und Jugendliche müssen hervorragende Leistungen und außergewöhnliche oder abweichende Verhaltensstrategien entwickeln, um aufzufallen und sich abzuheben

Þ mediale Vorbilder zeigen die Wirksamkeit von abweichendem Verhalten

Þ einige Schüler fallen durch aggressives Verhalten eher/verstärkt auf, weil sie dem gesellschaftlichen Leistungsbezug kaum/nicht standhalten können und dadurch weniger Wirksamkeitserfahrungen mit friedlichen als mit abweichenden/aggressiven Verhaltensstrategien erlangen

Þ Hilfe wird nur/erst bei indizierbaren, abweichenden Verhaltensweisen gewährt

Þ die Gesellschaft (haupts. Eltern) beschäftigt sich vermehrt mit Kindern, wenn diese durch Abweichung/Aggressionen auffallen, angepasstes Verhalten bleibt als „normal“ oft unbeachtet

 

Letztendlich fehlt es vielen Kindern und Jugendlichen, mit denen wir in unseren Projekten arbeiten an einem gesellschaftlichen Orientierungsrahmen. Das demokratische Grundverständnis ist gering ausgeprägt, die Vorteile der Demokratie bleiben unerkannt und ungenutzt. Eine gesellschaftliche Inklusion von Jugendlichen findet nur für die Leistungsstarken statt.

 

Þ Jugendliche haben es schwer individuelle Werte und Normen in das gesellschaftliche Gefüge zu integrieren

Þ durch ein gering ausgeprägtes individuelles und sozial angepasstes Werte- und Normenverständnis entsteht eine Ziel- und Perspektivlosigkeit

Þ in Verbindung mit einem Mangel an Konsequenz bei Fehlverhalten fehlt es vielen Kindern und Jugendlichen an einem Orientierungsrahmen für Verhalten und Inklusion in die Gesellschaft

Þ dieser Orientierungsrahmen wird dann durch Wirksamkeitserfahrungen mit abweichenden/aggressiven Handlungsstrategien (s.o.) gebildet

Aber:

 

Þ Die Entwicklungsaufgabe des späten Kindesalters und der Jugend besteht darin, im gesellschaftlichen Kontext ein angepasstes, elternunabhängiges und selbstbestimmtes Verhalten zu erlernen, um Anerkennung, Aufmerksamkeit, Erfolg und Liebe zu erfahren!

Þ Kinder und Jugendliche müssen in einer wissensorientierten Leistungsgesellschaft immer mehr interaktive Sozialkompetenzen beherrschen, um sich mit anderen Menschen auszutauschen und zu vernetzen!

Þ Verhalten ist ebenso erlernt, wie das Einmaleins!

Þ Verhalten lernen braucht freie und sichere Situationen mit anderen Kindern und Jugendlichen mit enorm viel Rückmeldungen von Gleichaltrigen, Eltern und Professionellen!

Fazit:

 

Wir müssen Kindern und Jugendlichen mehr Raum für professionell angeleitetes Verhaltenslernen einräumen.

 

Wir müssen das gesellschaftliche und persönliche Interesse/die Aufmerksamkeit/die Anerkennung auf friedliches, konstruktives und tolerantes Verhalten lenken.

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

 

Torsten Badstübner

Projektleitung

Dipl.Soz.Päd.

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